Montag, 1. Juni 2015

Antrag Baumumsetzung

In meinem vorletzten Post hatte ich ja schon davon geschrieben, dass Feinbelag und Bepflanzung der Grünstreifen von der Gemeinde schon vorgenommen worden sind.

Auf Nachfrage ist jetzt heraus gekommen, dass es sich im Süden um Säuleneichen handelt. Diese werden bis zu 20 m hoch und verlieren ihre Blätter erst beim Neuaustrieb im Frühjahr. Unser Architekt hat ausgerechnet, dass dadurch bis zu 20% höhere Heizkosten entstehen können.

Da wir das Grundstück ja u.a. auch gerade wegen seiner unverschatteten Südseite ausgesucht haben, versuchen wir zu erwirken, dass die Bäume umgepflanzt werden. Deshalb haben wir jetzt einen Antrag an den technischen Ausschuss gestellt. Drückt die Daumen, dass die schönen Bäume einen tollen Platz bekommen und wir wieder schöne Schattenbäume, die halt ein wenig niedriger sind.

Es ist natürlich immer so eine Sache, wenn man Bäume umsiedeln oder entfernen lässt. Deshalb habe ich einmal ausgerechnet, was 20% mehr Heizenergiebedarf jährlich an Holzverbrauch in 30 Jahren verschlingen würde:
Annahmen: Heizenergiebedarf 15 kWh/m²*a, +20% = + 3 kWh/m²*a = + 3 x 164 m² = + 500 kWh/a
In 30 Jahren wären dies 15.000 kWh an Mehrverbrauch, das entspricht dem Heizwert von ca. 11 RM Fichtenholz.


Zurzeit lese ich auch ein sehr interessantes Buch zum Thema Bäume, das ich hier allen Freunden von Bäumen empfehlen kann.

Deshalb auch an dieser Stelle noch ein bisschen Poetisches:

"Bäume sind offensichtlich vernünftiger als wir, 
sie streben immer nach dem Licht."
(c) Anke Maggauer-Kirsche (*1948)

"Mein Baum war schattendicht, 
o Herbstwind, komm und zeige, 
indem du ihn entlaubst,
den Himmel durch die Zweige."
(c) Friedrich Rückert (1788-1866)

"Der Baum gibt sogar noch dem Schatten,
der gekommen ist ihn abzuschlagen."
Aus Indien

... ich gebe zu, thematisch etwas arg auf Schatten und Licht eingeschossen ;-)

Bauantrag Kenntnisgabeverfahren

Vorab ein kleiner Exkurs "Bauantrag" ohne Gewähr auf Richtigkeit ;-)
Kenntnisgabepflichtige Vorhaben und genehmigungspflichtige Vorhaben: Da wir unser EFH nach den Vorgaben des Bebauungsplans erstellen möchten, genügt nach aktuellem Stand, das Kenntnisgabeverfahren. Dies kostet ca. 400-500 Euro und dauert bis zur Bestätigung auch nur kurze Zeit. Bei einer "richtigen" Baugenehmigung muss man schon mit ca. den 3-fachen Kosten rechnen und bis zur Genehmigung vergehen auch mehrere Wochen. Man sollte also überlegen, ob einem evtl. vorhandene Sonderwünsche dies wert sind.

Nun ist er also raus, unser Antrag. Hier die schönen Aussenansichten unseres zukünftigen Heims:
- Im Norden sieht man lediglich den Doppelcarport und in Verlängerung eine Garage, die allerdings hauptsächlich als Lagerraum/Werkstatt verwendet werden wird. Evtl. wird das linke Fenster im OG noch zur Türe auf das Dach, aber das macht im Bad alles eng... mal sehen.
copyright und Urheberrecht www.wamsler-architekten.de
- Im Osten sieht man die Garagenfester und im EG noch den Zugang zum Einlieger, den wir später als unser Schlafzimmer verwenden möchten, falls notwendig. 

copyright www.wamsler-architekten.de
 - Die Südseite zeigt viele schöne, große Fenster, die es auch im Winter warm werden lassen und ganz rechts den kleinen Fahrrad- und Gartengeräte Schuppen. Wir waren am Wochenende beim Grillen auf einer genial großen Terrasse, das wollen wir auch - Platz für Grill, Tisch, Kinderrutsche und Relaxliege :-)
copyright und Urheberrecht www.wamsler-architekten.de
- Von Westen ist die Zufahrt und der Eingang zu unserem Haus.
copyright und Urheberrecht www.wamsler-architekten.de
Hier ein paar Details:
- Zwei Wohneinheiten und dafür auch insgesamt 4 Stellplätzen, 2 davon überdacht
- zusätzliche Garage als Lager und Geräteschuppen
- Technik/Lager mit Heizung im EG, Technik/HWR im OG inkl. Lüftungsanlage
- Gäste-WC im EG, Bad im OG, Einlieger-Bad im EG und Einlieger später auch nutzbar für das "Wohnen auf einer Ebene"
- Im OG zwei KiZi, das Elternschlafzimmer mitseparater Ankleide, nur mit Vorhang, damit ein bisschen Licht auf die Treppe fällt. Zusätzlich haben wir im OG noch das Arbeits-/Nähzimmer.
 - Aktuell ist auf dem Dach eine PV geplant, drückt die Daumen, dass das Geld am Ende dafür reicht ;-)

Wenn dann einmal alles genau geplant ist und wir auch die Fenster festgelegt haben, dann werde ich ein bisschen mehr zu unserem Grundriss und wie es zum endgültigen Stand kam erzählen. Derweil klappern wir Küchenstudios und Badstudios ab... :-)

Mittwoch, 13. Mai 2015

Architekt, Bauträger, Fertighaus... wir haben entschieden :-)

Nun ist der Architektenvertrag unterschrieben. Wir mussten dabei zwei ganz wichtige Punkte entscheiden
1. Möchten wir den erhöhten Planungsaufwand für eine wärmebrückenfreie Ausführung und Auslegung bezahlen?
2. Können wir mit dem Risiko leben, dass es ein Architektenhaus nicht zum "Festpreis" gibt.

Der erste Punkt ist immer mit erhöhten Kosten verbunden: Es wird ein Planer benötigt, der die notwendige Erfahrung hat und nach einigen Gesprächen sind das nur wenige. Die Honorarzone ist also dementsprechend höher. Die Ausführung des Gebäudes ist für die Handwerker aufwändiger, dadurch "fallen auch manche Firmen aus dem Raster". Aber als Ingenieure möchten wir, dass das Haus dem Stand der Technik entspricht und das ist nach 24 Jahren Passivhaus (Erbau Kranichstein war 1991) einfach ein wärmebrückenfreier Aufbau.

Beim zweiten Punkt kommt uns unser Architekt sehr entgegen. Das nach der HOAI ermittelte Honorar wird sich zwar nicht verringern, wenn er für uns "mehr herausholt". Allerdings wird es auch nicht steigen, sollte das Haus aufgrund verminderter Eigenleistungen und steigender Handwerkerkosten ansteigen. Wir werden den "Spaten erst zücken" - wenn wir alle großen Gewerke mit einem fixen Angebot versehen haben und reduzieren dadurch das Risiko. Zusätzlich wird er bei den Bodenbelägen, Simsen usw. lediglich die Planung übernehmen - die Vergabe an bekannte Handwerker und uns selbst übernehmen dann wir.

Das ist das erste Mal, dass ich einen Vertrag paraphiert habe. Zwar sind die Summen sehr viel kleiner als die mit denen ich in der Firma täglich umgehe, aber es ist doch etwas anderes...

Nun zum Thema Bauträger und Fertighausfirmen. Wir hatten Glück! Wir haben nämlich einige Bekannte, die sich in letzter Zeit mit dem Hausbau beschäftigt haben und deshalb haben wir viele nützliche Tipps bekommen. Wir wussten schon, welche Firmen wir gar nicht erst anzufragen brauchen und welche Fragen wir stellen mussten. Dafür war besonders wichtig uns vorab klar zu sein, in welche Richtung der energetische Standard gehen soll.

Die im Folgenden vorgestellten Firmen kann ich deshalb auch alle weiter empfehlen. Ich habe dennoch jeweils einen Kommentar dazu geschrieben, weshalb sie für unser persönliches Bauvorhaben ausgeschieden sind. Möchte jemand die konkreten Namen erfahren, bitte per PN.

M* & S*
Die Firma M & S ist hier in der Gegend um Ravensburg sehr bekannt. Sie bauen hauptsächlich in Ziegelbauweise, sehr solide und auch hauptsächlich nach KfW70 Standard. Von Bankseite wurde uns diese Firma empfohlen, da sich in der Vergangenheit keine "bösen Überraschungen" bei der Finanzierung ergeben haben. In einem extra Beitrag werde ich noch schreiben, weshalb wir uns für den Holzständer/-rahmenbau entschieden haben. Dies und auch die Ausführung als KfW55 Haus oder besser hat nach unserer Meinung nicht perfekt in die Philosophie des Unternehmens gepasst. Die Ausführung mit Pelletsheizung (für die Senkung des Primärenergiebedarfes) und dezentraler Lüftungen war für uns nicht sehr interessant. Auch die spezifischen Fragen bezüglich Hülle, Dichtigkeit und Wärmebrückenfreiheit konnten nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet werden. Uns war dann einfach das Risiko zu groß, dass hier unnötig Mehrkosten entstehen, wenn wir mit einer Firma bauen, die KfW55/40 nicht öfters standardmäßig baut.

Web*Haus
In den umliegenden Baugebieten stehen quasi immer mindestens 1 eher 2 W*häuser. Schon vor einigen Jahren baute W*Haus KfW55 und/oder KfW40 Häuser. Beim KfW40 Haus wird gegenüber dem KfW55 Haus die Stärke der Außendämmung erhöht. Die Fenster sind standardmäßig gut, der Rest wird mit der Bodenplatte bzw. dem Dach ausgeglichen. Sehr positiv ist, dass hier mit einer Holzfaserdämmung außen gearbeitet wird und dadurch auch ein erhöhter Schallschutz gewährleistet ist. Zwischen den Gefachen kommt Mineral- bzw. Glaswolle zum Einsatz, diese kann auch durch Holzwolle ausgetauscht werden (hat dann aber bei gleicher Wanddicke einen schlechteren u-Wert). Wir wurden ja lange belächelt, weil wir uns so lange mit dem Aussuchen des Partners beschäftigt haben. So Aussagen wie "Andere Leute wohnen ja auch in einem xy Haus und sind zufrieden" mussten wir oft hören. Aber, dass ich mir an drei Tagen mein ganzes Haus bemustern soll, das hat bei mir nicht für Freudensprünge gesorgt. Wir waren ja allein schon mit den Holzböden 3 h beschäftigt und das hat mir richtig Spaß gemacht :-) Ich möchte bei jedem Gewerk mit entscheiden, was die Ausführung angeht. Vor allem ist uns auch wichtig, dass die Gewerke von lokalen Handwerkern erledigt werden.

Wa* Holzbau
Die Firma Wa* (Bad Sch*) war erst später in die Auswahl gekommen. Ich hatte sehr wohl schon die Homepage aufgestöbert, aber erst nach einer Empfehlung habe ich mich auf den Weg gemacht. Die Zimmerei liegt im Herzen Oberschwabens und ich habe mich gleich wohl gefühlt. Es wird viel Wert auf Ökologie gesetzt. Fragt man nach Lehmputz, Zirbe und Naturholzböden wird man nicht gleich als Spinner angesehen, das war eine willkommene Abwechslung. Sehr schnell kam dann auch das Angebot, was deshalb auch nicht ganz so ausführlich war wie beim Wettbewerber, aber wenigstens über 1 DIN A4 Blatt hinaus ging. Wie bei allen anderen hatten wir KfW55/40 gefordert, im Angebot war leider gar keine Angabe, was den energetischen Standard betrifft. Auch die Fenster waren sehr günstig, was uns aufmerken ließ. Auf Nachfrage hat sich heraus gestellt, dass es sich wohl um ein KfW70 Haus handelt, bei KfW55 würde eine Pelletsheizung empfohlen. Dies hat uns doch sehr gewundert, da ja bereits im Grundangebot eine Sole-WP eingesetzt wird, die ja für die ENEV Berechnungen einen besseren Wert liefert als die in einem KfW40 eingesetzte L-W-WP z.B. bei einem W*Haus. D.h. dass die Hülle doch sehr von denen der anderen Anbieter abweicht, gleichzeitig aber lag das Angebot ca. 5-10% höher als die der Wettbewerber.

Holzbau Wei*
Über die Firma Wei* (Bad Wu*) haben wir nur Gutes gehört. Sehr gute Abwicklung, der Wandaufbau mit Fermacell statt OSB+Rigips fanden wir auch interessant. Das Angebot war sehr ausführlich und die bisherigen Gespräche sehr gut - wir konnten hier sehr flexibel unsere Wünsche einbringen. Aus diesen Gründen ist die Firma Wei* bis zum Schluss der Vergleichsmaßstab gewesen. Es ist so, dass das Gebäude nach KfW40 Standard ähnlich teuer gewesen wäre, wie "unsere bzw. die Wamslersche Passivhauskonstruktion" mit weniger Holzanteil.
Wir hätten sehr flexibel einige Gewerke aus dem Leistungsumfang nehmen können. Zum einen, weil wir viel Eigenleistung bringen möchten und zum anderen, weil wir für einige Gewerke schon "unsere" Handwerker haben. Auf eine professionelle Bauleitung möchten wir allerdings nicht verzichten. Wenn man also die Eigenleistungen aus dem Angebot nimmt, welche die Bauleitung auch gleich enthalten, dann relativieren sich wieder die "gleichen Kosten". Theoretisch bliebe am Ende der "Festpreis" und "Wandaufbau" gegenüber dem "Wandaufbau" und "nicht ganz so Festpreis" beim Architekten. Wir haben uns dann entschieden, dass wir mit Architekt bauen - einer der von Anfang bis Ende dabei ist und auf den auch planerisch alle Gewerke vereint sind.

Kosten Architekt vs. Kosten "Wasserkopf"
Bei einer Gegenüberstellung der Kosten ist uns aufgefallen, dass die Unterschiede in den Gesamtkosten relativiert werden. Bei vergleichbarem und gleichwertigen Aufbau macht es kaum einen Unterschied, ob mit Architekt oder Bauträger gebaut wird. Bauträger haben in der Regel große Gebäude, Büros, Vertriebsangestellte, evtl. noch Ausstellungsgebäude usw. usw. - schon relativieren sich die xx Tausend Euro für das Architektenhonorar. Wenn man sich einmal genauer ansieht, wieviel % dann von den Leistungsphasen trotzdem anfallen, dann fällt einem schnell auf, dass man da gerne eine Milchmädchenrechnung vorgelegt bekommt.
Nach HOAI entfallen nämlich schon 27% der gesamten Architektenleistungen bis zur Genehmigungsplanung, dies wird meist von den Bauträgern/Fertighausbauern erst auf Nachfrage oder gar nicht angeboten. Einige Firmen arbeiten hier mit Architekten zusammen und erzielen so günstigere Preise. Wir glauben aber nicht, dass wir für einen 5.000 Euro Entwurf gleich viel Leistung bekommen wie für einen "normalen" Betrag.
39% Prozent entfallen dann auf die Ausführungsplanung und die Vergabeunterlagen. Das ist ein großer Posten, hier können die Bauträger sparen. Allerdings muss dennoch jeder Bearbeitungsplan für die Maschinen (es sei denn, es handelt sich um ein unverändertes Fertighaus) angepasst werden.
Das restliche Drittel entfällt auf die Bauleitung und Überwachung. Das übernimmt selbstverständlich jeder Bauträger für sein Gebäude, möchte er doch auch eine korrekte Ausführung um später keine Forderung seitens der Bauherrschafft zu bekommen. Aber was, wenn die Zeit knapp, die Handwerker schludrig und 10 andere Baustellen warten? Für diesen Fall hätten wir eben trotzdem gerne einen unabhängigen Architekten hinzugezogen, was uns witzigerweise auch wärmstens von einem ehemaligen Bauträger Bauleiter empfohlen worden ist. Und schon lässt sich auch das letzte Drittel nicht auf 0 reduzieren.
Wir stürzen uns also in das Architekten Abenteuer und hoffen, dass es sich lohnt. No risk no fun... :-)

H(eizung)L(üftung)S(anitär) Überlegungen...
Die in fast jedem Fertighaus verbaute Tecalor THZ 304/404 SOL Luft-Wasser-Wärmepumpe als Kombigerät mit integrierter Lüftungsanlage mag uns auch nicht begeistern. Diese sei technisch identisch mit der Stiebel Eltron LWZ 303/304 SOL, allerdings wirbt Tecalor mit "integrierter Kühlung" - was die LWZ laut Homepage nicht bietet. Schaut man sich aber die COP Zahlen an, so gibt es einige bessere Wärmepumpen. Zwar sagt der COP alleine noch nichts über die Jahresarbeitszahl JAZ aus, aber es erscheint mir logisch, dass bei einer schlechten COP auch keine gute JAZ herauskommen kann. Der Wärmerückgewinnungsgrad wird mit 90% angegeben, wir verlassen uns aber lieber nicht auf die Werte des Herstellers... sondern auf durch das Passivhaus-Institut geprüfte Rückgewinnungsraten. Was außerdem ein wenig nervig ist, als Endverbraucher bekommt man quasi keine Kosten für die Tecalor. Der Einsatz wird sich also vor allem für die Fertighausbauer "lohnen".

Da wir ja seit einigen Jahren verschiedene Häuser ansehen, hauptsächlich Häuser, die einen - wie sagt man so schön - "Renovierungsstau" vorweisen ;-) Haben wir uns schon - auf Internetebene - mit dem Thema Heiztechnik und Energieeffizienz beschäftigt. Interessant ist dabei, dass die unterschiedlichen Aussagen sehr weit auseinander gehen.


Hier ein paar schöne Beispiele für euch:
- "Ein Passivhaus benötigt so wenig Energie, da ist eine Tiefenbohrung bzw. Sole-Wasser-WP absolut überdimensioniert"
- "Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine Energievernichtungsmaschine"
- "Wir haben mit unserer L-W-WP selbst bei -5°C eine JAZ von >3"
- "Ein KfW55 Haus kann man aufgrund des Primärenergiebedarfes nur mit einer Pelletsheizung bauen" 
- "Bei einer Tiefenbohrung gefriert das Wasser um die Bohrungen - nur mit einer daran gekoppelten Solar-Thermie-Anlage lohnt sich dies" 

De facto wird ein EFH Passivhaus wohl mehr Energie für die Warmwassergewinnung benötigen als für die Heizung. Es ist auch richtig, dass eine Wärmepumpe - je höher die Temperaturdifferenz zwischen Energiequelle und Abgabe (Senke) ist - einen schlechteren Wirkungsgrad bekommt. Im Winter ist das natürlich bei einer L-W-WP die Außenluft, da kann es schon einmal kalt werden und das Wasser muss rein elektrisch aufgeheizt werden und im Sommer dagegen ist die Luft sehr warm. Da duschen wir manchmal sogar noch öfters ;-) Bei einer Sole-Wasser-WärmePumpe hat man einigermaßen konstante Temperaturen über das ganze Jahr. Zudem lässt sich auch das Kühlen im Sommer mit einer S-W-WP energieeffizienter gestalten. Kühlen mit einer L-W-WP ist allerdings nicht unmöglich, da einige auch auf "Sommerbetrieb" umschalten können und dann quasi die "kalte Seite" genutzt wird, wie beim Kühlschrank.
Wir haben nach solchen pauschalen Aussagen dann immer nach Vergleichen gefragt, konkreten Berechnungen. Welche Energiepreissteigerung angenommen worden ist, welche JAZ. Da war es dann meist immer etwas ruhiger geworden ... Und nun kommt wieder der Ingenieur in uns hoch, wir möchten wissen, unter welchen Umständen welche Heizung die in einer Gesamtbetrachtung die kostengünstigste Investition ist. Das bekommen wir mit den Klimadaten für unseren Hausstandort, unseren Verbrauchswerten usw. eben nur mit einem unabhängigen HLS Planer.
Ich habe mich auch selbst daran versucht, scheitere aber regelmäßig an den konkreten JAZ, für die man die Klimadaten und die jeweiligen COP Werte benötigt.
Jetzt hoffe ich nur, dass der Kostenvorteil der "siegreichen Variante" auch die Kosten des HLS Planers trägt... den setzt "man" nämlich normalerweise nur für Objektbauten ein... wir müssen es halt wieder maßlos übertreiben ;-) 

Montag, 11. Mai 2015

Bauplatz - edit

Über den 1. Mai hat es hier aus Eimern geschüttet. Wir waren ohnehin gerade in Aulendorf - haben die 1. Nacht in unserem Wohnwagen übernachtet :-) Also gab es natürlich wieder den obligatorischen Besuch auf "unserem" Bauplatz.

Hier sind die ersten "naßen" Eindrücke: So ganz ohne Pflanzen kann die Erde kaum Wasser aufnehmen, auf der Südseite läuft dieses deshalb sturzbachartig ;-) über den Gehweg - schön am Schachtdeckel vorbei :-)
Schauen wir in Richtung Alpen, dann sehen wir unten diesen Elektrokasten und oben trübt eine Stromleitung ein wenig die Sicht... Die Hoffnung bleibt, dass einmal alle Leitungen unterirdisch sind, dann ist die Mini-Alpensicht frei. Unten werden wir wohl ohnehin ein wenig Sichtschutz pflanzen, der Kasten muss "versteckt werden" ;-)
Wie ihr hier richtig seht - ein nagelneues Baugebiet, ein Haus steht, für eines wird der Keller ausgehoben - aber die Stadt Aulendorf ist schon fleißig und hat schon den Feinbelag auf Straßen und Gehwege angebracht uns sogar schon die Bäume an den Grundstücksrändern gepflanzt...

Wir werden ja zwischen KfW55, KfW40 und Passivhausstandard bauen - auf jeden Fall wollen wir die Sonne nutzen - eine PV soll auch irgendwann oder gleich aufs Dach. Ihr könnt euch die Begeisterung vorstellen, als wir erkannt haben, dass es sich bei den Bäumen um Eichen (imposant, ca. 20 m hoch) im Süden handelt... :-( Drückt uns die Daumen, dass wir diese wieder umgepflanzt bekommen. Dorthin, wo man gerne große Bäume sieht - in den Park oder in den Wald. Wir freuen uns dann über schöne 8-10 m hohe Bäume - z.B. wie die Felsenbirne im Westen - hoffentlich ;-)



Die Ergebnisse der Durchgeführten Bohrung sind nun auch da. Hatte hier ja schon geschrieben, dass wir unser Grundstück aufgrund der Gegebenheiten getauscht haben. Es sieht tatsächlich so aus, als hätte sich das gelohnt.
Unser Architekt hat sich mit dem Ingenieurbüro unterhalten, das die Bohrungen für das Baugebiet gemacht hat. Da die Bohrungen, die schon für den Wegebau in der Nähe gemacht worden sind, ein so positives Ergebnis gezeigt haben (weshalb wir ja auch von uns aus gewechselt haben, abgesehen von "mehr Sonne") - können wir mit nur einer weiteren Bohrung relativ sicher sein, dass wir früh einen tragfähigen Untergrund haben.

Quelle: Geologische Gutachten http://www.henkegeo.de/

Ohne Grundstücktausch und unseren Architekten wären wir jetzt "im gelben Bereich", tragfähiger Untergrund erst ab ca. 5 m, und hätten auch schon ca. 1.200 Euro für alle vier Bohrungen mehr berappen müssen...

Quelle: Geologische Gutachten http://www.henkegeo.de/

Nur das mit den 40 cm Mutterboden wollen wir noch nicht so recht glauben? Da müssen wir wohl unsere Kleine auf das Grundstück setzen und die Steine auflesen lassen ;-)

Montag, 27. April 2015

...gar nicht ruhig! - editiert!

Hier sieht es sehr ruhig aus, aber eigentlich rauchen bei uns die Köpfe. Wir vergleichen Angebote von großen Zimmereien, die als Komplettanbieter auftreten (W* Holzbau, Holzbau W*), einer Fertighausfirma (W*Haus), einem Bauträger (M*&S*) und parallel sind wir mit einer kleineren Zimmerei aus der Heimat (H*) im Gespräch, der mit uns und unserem Architekten Wamsler gerne unser Haus bauen würde. Wir versuchen die Angebote einigermaßen gegenüber zu stellen um zu sehen, wo etwas fehlt oder wo evtl. Mehrwerte liegen. Aber es ist sehr kompliziert/unmöglich, qualitativ andere Wandaufbauten, unterschiedliche Heiztechnik und Ausstattungen, schwierig zu bewerten.

Deshalb, während wir auf die Angebote und Aktualisierungen warten, haben wir einfach mit der Bemusterung begonnen ;-)

Am Samstag waren wir bei der Sägerei Parkett Stiehle in Grünkraut um uns unsere Bodenbeläge in den Wohnräumen auszusuchen. Das waren 3 interessante Stunden, ein Traum - umgeben von so tollen Hölzern. Die Verlegung der Böden würde dann der Bruder übernehmen (dort habe ich auch gleich das Bild gemopst). Für das EG haben wir uns Ulme (Rüster) ausgesucht, am liebsten als lange Dielen mit 22 mm Stärke, wie auf dem Bild. Aber evtl. werden es auch kleinere Parkettdielen mit 11 mm Stärke, geht nämlich ganz schön ins Geld das schöne, massive Holz aus dem Bregenzer Wald :-)
Bildquelle: http://parkett-oberschwaben.de/
Zuerst dachten wir ja, dass wir Eiche nehmen. Das wird zurzeit zu 60% eingebaut und ist auch sehr strapazierfähig, Ulme/Rüster ist da ein bisschen weniger hart. Das leicht "Gelbliche" an der Eiche war aber noch nie so meins und das Holz möchte ich auch nicht mit "Farbe" verfälschen, die nach dem ersten Schleifen eh wieder weg ist. "Na, wenn Ihnen der Farbton von Eiche nicht gefällt, dann müssen Sie ein anderes Holz aussuchen" - klingt logisch, haben wir dann auch gemacht :-)

Im OG soll es Kirschholz massiv werden, die dünnen kleinen Stäbchen sind auf Netz aufgebracht. Wir überlegen, ob wir selbst verlegen und nur das Abschleifen machen lassen. Mal sehen, evtl. wird es doch noch ein Fertigparkett oder Linoleum...

Unsere Fliesen haben wir schon länger einmal ausgesucht und zwar in Bad Saulgau bei Reiser. Wir dachten an Naturstein, obwohl das trotz Beschichtung etwas aufwändiger zu reinigen und auch ein bisschen teurer ist.
Für das Bad haben wir "brasilianischen Buntschiefer" ausgesucht, den hat meine Mama schon in ihrem Gäste-WC verbaut. Wenn davor die weiße Badkeramik befestigt ist, sieht das richtig genial aus!
edit: Der Buntschiefer 30x60 soll nur an die Wand, auf den Boden sollen  60x60 dazu passende, große Fliesen. Die können wir dann auch gleich im EG verlegen, sind einiges günstiger...
Bildquelle: http://www.natursteinversand.com/
Im EG sollten es im Flur und Gäste-WC die gleichen Steine werden. Uns hat ein gestrahlter, leicht grauer Jura gut gefallen, zeitlos und eine interessante Oberfläche. Nur, der ist nicht ganz günstig und, so wie ich uns kenne, werden wir ohnehin einen Schmutzfängerteppich im Hausgang benötigen. Da wäre davon nicht viel zu sehen, also, abwarten, was es wird. Habe auch gerade Treppen mit diesem Belag gesehen, mmhh, das wäre ja noch etwas - aber derzeit lassen wir uns - passend zum OG Bodenbelag Kirschholz als Stufen anbieten :-)
edit: Jura ist gestorben, gleiche Fliesen im ganzen Haus (außer HWR - da haben wir Fliesen für </= 8 Euro ausgesucht)  - aber schön wäre er schon gewesen... ;-)
Bildquelle: http://www.sonat.de/
Schwieriger ist das schon mit den Sanitärgegenständen. Da werden wir wohl noch einen Beratungstermin brauchen. Bisher haben wir Kataloge von Keramag, Villeroy&Boch, Duravit, Bette ... usw. bei uns daheim.

Richtig Glück haben wir, dass direkt in unserem kleinen Ort die Schreinerei Dreher ist. Sie soll bei den Innentüren das beste Preis-Leistungsverhältnis haben... versteht sich ja von selbst, dass wir dort noch nicht waren, aber schon mehrere km in andere Orte gefahren sind ;-) Werden wir aber sicher bald nachholen. Die Türen sollten sich ja sowieso nach dem Boden richten, oder? 

Ach ja, dann war ich auch noch bei der Schreinerei Moll. Die haben ein Holz-Alu Passivhausfenster (zertifiziert) entwickelt, aber auch andere schicke Fenster und Haustüren. Besonders interessant war, dass es Türschlösser gibt, die direkt abschließen, wenn die Türe zufällt, also kein Abschließen mehr. Öffnen geht perf Fingerprint, mit motorischem Schloss und inkl. Edelstahlgriff allerdings +1.100 Euro :-(

Mehr zu den Vergleichen der Häusles-Anbieter und unsere endgültige Entscheidung folgt dann in den nächsten Wochen!

Dienstag, 10. März 2015

Vorplanung abgeschlossen

Die Vorplanung ist nun abgeschlossen und jetzt sollten wir uns zeitnah zum Startschuss entscheiden, die Kosten für das Projekt "Haus" liegen aber leider zwischen 5-20% über unserem Budget. Jetzt müssen wir sehen, wo wir doch noch mehr Eigenleistungen einbringen können, als ursprünglich geplant...
Wir planen zwei Wohneinheiten um möglichst flexibel zu sein und auch um die doppelte KfW Förderung zu bekommen. Bei der L-Bank hat sich der Tilgungszuschuss nochmals erhöht, die Konditionen sind an den Finanzmarkt angepasst worden. Dafür müssen beide Wohnbereiche "gegeneinander abgeschlossen sein" - d.h. jede Wohneinheit benötigt ein Bad, Küche und Schlafplatz.

Welcher energetische Standard es werden wird, das ist noch offen. Bisher haben wir eine grobe Indikation für den Mehrpreis des Passivhauses/KfW40 Hülle von ca. 20.000 Euro gegenüber der KfW55 Hülle genannt bekommen. Bei gleicher Heiztechnik liegt der Heizenergieverbrauch ca. 38% höher als beim KfW40 Haus, je besser allerdings das Gebäude, desto geringer ist der Anteil der Heizenergie an der Gesamtenergie. Das Brauchwasser nimmt einen großen Anteil ein, ganz unabhängig vom energetischen Standard. Sagen wir einmal Brauchwasser:Heizenergie ist ca. 50:50, dann sind es insgesamt nur noch 19% mehr Energieverbrauch. Je nach Energiepreissteigerung wird es am Ende der Nutzungsdauer wohl auf eine gleiche Kostenhöhe "rauslaufen" - allerdings ist der Komfort natürlich umso besser, je "dicker" die Hülle ist. Andererseits müssen wir uns einfach überlegen, welche monatliche Darlehensrate "drin ist".

Die Garage haben wir aktuell auf die komplette Hauslänge gezogen, nördlich davon befindet sich noch ein großer Carport. Wir möchten gerne zwei überdachte Stellplätze. Im kleinen Gartenhäuschen sollen auch die Fahrräder untegebracht werden, so kann man gleich im Süden des Hauses in Richtung Stadt "verschwinden".

Quelle und copyright: http://wamsler-architekten.de/



Freitag, 27. Februar 2015

...Planung, Planung, Planung

Das zieht sich doch ein bisschen länger als gedacht...
...da müssen so wichtige Fragen geklärt werden wie...
- Wieviel Stauraum brauchen wir?
- Wieviel Garten brauchen wir und wo?
- Wie möchten wir die Räume nutzen?
und vor allem...  Was können wir überhaupt finanzieren?

Hier mal ein ganz kleiner Auszug aus den Dokumenten, zuhause spielen wir auch gerade mit unserem 3D Haus herum und schneiden Stockwerke und Dächer weg...

Quelle und copyright: http://wamsler-architekten.de/

Freitag, 20. Februar 2015

Auf der Homepage unseres Architekten

Unser Projekt ist jetzt einmal auf der Homepage unseres Architekten verewigt.

Wie so üblich werden noch heftigst die Räume, Stellplätze und vor allem die Kosten diskutiert. In ein paar Wochen werdet ihr hier mehr sehen...


Freitag, 30. Januar 2015

Wir sind "Bauherr"

Wir haben uns nun endlich für einen Archtitekten und Partner und zwar Martin Wamsler von Wamsler-Architekten entschieden. Uns war die Erfahrung beim Bau von energetisch hochwertigen Häusern wichtig und wir wollten vor allem auch einen guten Eindruck von der Bauleitung haben. Deshalb haben wir jetzt ganz einfach den Besten genommen ;-)

Was die Bauleitung und Abwicklung angeht, haben wir in unserer Findungsphase so einiges mitbekommen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bauherren viel "offener" sind, wenn man sie ohne Architekt bzw. Bauträger trifft und in einer gemütlichen Runde miteinander redet. Deshalb hört man ja auch fast nie etwas Negatives bei diesen ganzen offiziellen Hausbesichtigungen, das gebietet dann immer der Anstand, dass man da brav lobt... ;-) Abgesehen davon, wer unzufrieden ist, der fällt aus dem Raster, denn der würde ja auch einer Besichtigung nicht zustimmen - getreu nach dem Motto der web.de APP: "Gefällt Ihnen die web.de app?" - Auswahlmöglichkeiten: "Nein" oder "Ja, jetzt bewerten" ;-)))


Wir haben dann gleich einige Bilder von unserer aktuellen "Wohnsituation" zukommen lassen. Sieht leider gerade ein bisschen nach Messi aus und ich meine nicht den Lionel... Jedenfalls könnte es sein, dass wir die allerersten sind, denen er zu einem dunklen und teuren Keller rät, weil wir so viel Gruschd haben. Eine Alternative wäre noch ein richtiges Dachgeschoss mit RIESENGROSSEM Nähzimmer für mich und ausreichend Lagerfläche unterm Dach. Aber lieber wäre uns eigentlich ein modernes Flachdachhaus mit trotzdem großem Nähzimmer und ohne riesigen Mehrkosten fürs Lager... Jetzt müssen wir einmal abwarten, wie die Profis unsere Ideen und Raumgrößen umsetzen und ob wir uns unsere Traumvilla überhaupt leisten können ;-)

Wir bezahlen für die Grobplanung und grobe Kostenrechnung eine Pauschale von 3.000 Euro, aber eigentlich nur noch 1.800 Euro. Denn 1.200 Euro hat uns Herr Wamsler schon eingespart. Hätten wir nämlich die Bodenbohrungen über die Stadt und das Standardangebot in Auftrag gegeben, dann hätte uns das 2.200 Euro gekostet. Aber, wenn ein erfahrener Architekt und ein Geologe miteinander sprechen, dann finden die eben heraus, dass wir ein gutes Grundstück ausgesucht haben und dort eine weitere mittige Bohrung ausreicht. Es sieht also alles danach aus, dass wir uns eine teure Gründung (bestimmt ca. 20.000 Euro) sparen können, da haben sich die Mehrkosten von ca. 9.000 Euro für das größere Grundstück schon doppelt gelohnt...

Tipp: Wer wie wir das Grundstück aus dem Eigenkapital bestreiten möchte/kann, der wird sein Baudarlehen wahrscheinlich erst mit Beginn des Hausbaus abrufen. Aber Achtung: Man sollte die Nebenkosten beim Kauf bzw. vor dem eigentlichen Baubeginn nicht vernachlässigen: Notarkosten, Grunderwerbssteuer (in B-W 5%) usw.
Da unser Architekt auch gleich die konkreten Maße möchte, damit es da später keine Überraschungen gibt, werden wir auch gleich den Vermesser mit der Vorvermessung beauftragen. Das kostet auch ein paar Hundert Euro, dann die Tiefenbohrungen, den Vor-Vertrag mit dem Planer usw. usw. ... Also, nicht nur das Geld für den Platz, sondern je nach Preis auch noch 10% on top rechnen...

Freitag, 9. Januar 2015

Neues Jahr, neuer Platz...

Wir haben unseren Bauplatz getauscht...

Da die Bodenbeschaffenheit im Süden des Wohngebiets besser ist und das andere Grundstück die Südausrichtung wegen eines Straßenbogens erschwert, sind wir kurzerhand wieder zurück auf die Alternative gesprungen.
Das neue Grundstück hat jetzt 657 m² Fläche und kostet dadurch knapp 9.000 Euro mehr. Unten im Bild seht ihr ein paar Details, der Link zum Baugebiet hier, unser Grundstück/Bauplatz hat die Nummer 39.

Das scheint es wohl zu sein, gestern sind wir ein bisschen in den Matsch gestanden und haben Richtung Süden die Alpen im Sonnenuntergang gesehen... schön :-)