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Dienstag, 2. Februar 2016

Lüftungsleitungen verlegen

Was uns über Weihnachten beschäftigt hat, war unter anderem das Verlegen der Lüftungsleitungen. Diese sind recht einfach zu verlegen und werden ganz simple mit Lochband und schrauben befestigt.

Eine Herausforderung war dann aber doch die Befestigung in den Trockenbauwänden, in das Rigips konnten wir ja nicht schrauben. Wir haben deshalb erst kleine OSB Stücke am Rigips befestigt und dann das Lochband angeschraubt. Wir haben auch schon lediglich am Boden befestigte Leitungen gesehen, aber das hat uns nicht gefallen, weil die Leitungen doch recht "eigenwillig" sind. Zu dieser Zeit waren die Wände nur einseitig beplankt, da hätten die widerspenstigen Leitungen sicher nicht brav in der Wand ihre Position
gehalten.
Wandbefestigung mit OSB Hilfe
Im Arbeitszimmer war ein Luftauslass in die dünne Wand - Metallprofil 5 cm eingezeichnet. Hier hätte man sollen mit einer Reduzierung arbeiten und auf einen Flachkanal umstellen. Das hat uns und unserem Sanitärfachmann nicht gefallen, deshalb haben wir in Absprache mit unserem HLS Planer kurzerhand beides mit ca. 2 m Abstand in der dicken Wand (Metallprofile 10 cm) befestigt. 

Chaos im Arbeitszimmer und eine Planänderung
Diese Auslässe bzw. Anzugsstutzen (was ihr unten nicht seht ist das große Rohr auf das dann das Ventil kommt, im Bild oben mit einem roten Deckel verschlossen) werden dann an allen Stellen verteilt, wo Luft rein oder raus soll. Bei uns ist das in den OG Wänden und fürs Erdgeschoss in der OG Decke. Damit sich in der knappen Wand keine metallernen Vibrationsgeräusche ausbreiten, wenn der Stutzen das Rigips berührt, haben wir kurzerhand ein bisschen Dämmung aufgeklebt. War noch über. ;-) Der jeweils nicht verwendete Eingang für die Rohre wird mit einem Deckel versehen und abgeklebt. Wir haben aber auch alle anderen Anschlüsse abgeklebt mit Kaltschweißband - ein Teufelszeug, aber hält bombenfest. :-)
Anschlüsse mit Spezialdämmung ;-)
So sieht es in unserem Bad aus. Für die Befestigung der Lüftungsanlage an der Wand haben wir die Wände ebenfalls mit OSB Platten verstärkt, naja, in diesem Fall verstärken lassen. Irgendwie hatte der Zimmermann immer mehr Kraft als ich und dann haben die Schrauben nicht gezogen - Lösung: Zwei Zimmermänner ;-)
Bad Flur mit ca. der Hälfte der Lüftungen
So schaut unser HWR im OG aus. Links die Paul Lüftungsanlage und rechts die jeweiligen Verteiler für die Zu- und Abluft. Ich hoffe, dass ich die Beschriftung der Leitungen auch bis zum Ende fortgeführt habe...
Insgesamt haben wir 24 Lüftungsleitungen bzw. -kreise verlegt, wobei auch teilweise ein Auslass mit zwei Leitungen angefahren worden ist, z.B. beim Zuluftventil für unser Schlafzimmer.
HWR mit Lüftungsanlage und Verteiler für Zu- und Abluft

Sonntag, 25. Oktober 2015

Einbau Wärmetauscher / Erdabsorber

Von unserem Wärmetauschern hatte ich ja in diesem Post schon geschrieben.

Hier kommen die Bilder vom Einbau:
Abdichtung im Technikraum - die Leitungen sind durchgezogen

Absorber - fertig zum Einbau

Die Absorber werden ausgerollt und eingesetzt
Signalband um zu wissen, wo die Absorber sind, die Absorber sind schon eingeschlämmt
...hier sieht man, wir meinen es ernst mit den Eigenleistungen ;-)
während Mama und Papa ausschalen, räumt die Tochter den Müll weg
Leider hat ein Absorber den Drucktest nicht bestanden und musste wieder ausgebaut werden. Die Handwerker waren sehr überrascht, das sei wohl noch nie passiert. Der Austausch funktionierte aber innerhalb von 3 Tagen - weshalb es nun auch zu keiner Verzögerung auf der Baustelle kommt.

Unser Haus soll am 11.11. gestellt werden ;-)

Mittwoch, 30. September 2015

Wärmetauscher / Erdabsorber

Wie bereits hier erwähnt, haben wir uns für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdabsorbern entschieden.

Auf Empfehlung unseres HLS Planers haben wir uns für das System MEFA earth entschieden. Eingebaut werden die Erdabsorber derzeit ausschließlich von der Firma WKG Energietechnik.

Mefa earth Erdabsorber - copyright http://mefa.de/energy_systems/
Wir haben dabei das kleinste Paket MEFA geo home mit einer Heizleistung von 4,5 kW bestellt. Dabei werden 3 MEFA earth E 1270 mit jeweils 1,2 x 7 m ca. 1,2 m mit Erde überdeckt eingebaut. Je nachdem, wie der Untergrund beschaffen ist, ändert sich die Entzugsleistung. Bei uns werden die sehr dünnen Platten mit feuchtem Sand eingeschlämmt, bei der Tiefe und in unserer feuchten Region sollte das hoffentlich auch eine Weile feucht bleiben. Hier einmal die größten Unterschiede in der Entzugsleistung: Trockener Sand: 400-450 W/Stück zu 1350-1900 W/Stück bei nassem, sandigen Ton.

Fotos von unserer Baustelle vom Einbau folgen hier auf dieser Seite noch. Aktuell geplanter Einbautermin ist der 20. Oktober.

Ich habe mir auch das System von GeoCollect angesehen. Für die gleiche Entzugsleistung wird hier etwas mehr Raum benötigt, die Grube ist breiter als für die dünnen Matten von MEFA notwendig wäre. Ob das mit dem schmalen Schlitz so klappt, falls keine Fräse vorhanden ist, also doch gebaggert werden muss, kann ich noch nicht beurteilen. Preislich kamen mir die beiden sehr ähnlich vor bei gleicher Heizleistung.

Wer also wenig Raum für Erdkörbe hat, keine Tiefenbohrung machen kann oder will, dem kann ich die Erdabsorber Technik ans Herz legen. Laut Hersteller sind gleiche Leistungszahlen der Wärmepumpe wie bei einer Tiefenbohrung zu erwarten. Wir werden sehen, wie warm es uns im Winter wird - bzw. wieviel Strom wir benötigen.

Freitag, 31. Juli 2015

Anfragen laufen

Aktuell laufen die Anfragen an die Handwerker, die Ausarbeitung der Leistungsverzeichnisse hat jetzt doch etwas länger gedauert als wir gehofft haben. Jetzt drücken wir einmal die Daumen, dass es noch klappt mit dem Aushub im September ;-)

Unseren Elektriker haben wir mit Hr. Schatz aus Ostrach/Spöck auch gefunden. Wir haben schon einige Dinge durchgesprochen und haben hier auch jemanden gefunden, der uns als "Handlanger" mitarbeiten lässt, was uns sehr entgegen kommt. Mein Bruder wird uns mit der Netzwerkinstallation unterstützen, darüber sind wir richtig froh, kennen wir uns selbst doch kaum aus.
edit 1: Mir Hr. Schatz klappt es nun leider nicht, wir sind auf der Suche... (Stand 07.09. - 8 Tage vor Baggeraushub)
edit 2: Wir haben wieder einen Elektriker, Elektrik Sonntag aus Aulendorf (Stand 10.09.)

Die Heizung/Lüftung/Sanitärinstallation hatten wir ja schon mit Hr. Milz aus Hochberg abgesprochen. Er stand schon sehr früh fest, da wir hier nur sehr gute Referenzen bekommen haben.

Dann haben wir uns noch Lärchenleisten für die Verkleidung unseres Hauses aus dem Sägewerk Köberle zur Ansicht mitgenommen. Was uns hier besonders gefällt, es sind Lärchen aus der Gegend. Die Enge der Jahresringe spricht in Bezug auf die Haltbarkeit keine Rolle, da ist es eher wichtig, dass das Holz schnell abtrocknet. Es könnte höchstens sein, dass die Leisten weniger verwindungssteif sind, aber, da die Leisten so schmal sind, wird das hoffentlich nicht so tragisch sein. Mehr zum Aussehen als für die Haltbarkeit sind Anstriche, hier überlegen wir noch, ob wir uns die Arbeit machen und die zusätzlichen ca. 5 Euro je qm investieren. Momentan tendieren wir zu einer natürlichen Fassade.


Wir haben uns auch noch die Küche im 6er Raster anbieten lassen. Jetzt können wir nach Lust und Laune (oder besser nach übrig gebliebenem Geld) 5er Raster oder 6er Raster wählen und zwischen Kunststoff- und Steinplatte aussuchen :-)

Unseren Versicherungsschutz für die Bauzeit und das Haus haben wir gestern auch gleich noch ausgesucht. Unsere Privathaftplficht enthält zwar auch eine Bauherrenhaftpflicht, aber der Schutz ist nicht ausreichend. Die Bauherrenhaftpflicht werden wir jetzt wahrscheinlich mit der Bauleistungsversicherung kombinieren. Kostet gleich viel wie das extra Produkt und so haben wir nur einen Vertrag bei der R+V für 670 Euro. Bei der Wohngebäudeversicherung haben wir eine tolle Kondition von der InterRisk gefunden ca. 250 Euro, hier müssen wir mit dem Abschluss aber noch abwarten, bis wir wissen, welche Brandschutzklasse unsere Fassade erreicht. Denn bei der schlechteren Klasse müssten wir entweder 200 Euro mehr jährlich bezahlen oder auf einen Tarif der Axa wechseln, welcher aber mehr Ausschlüsse hat. Für "nach dem Einzug" müssen wir unsere Hausratsversicherung um eine Glasversicherung "aufmotzen" - denn die tollen Holz-Alu-Passivhausfenster wollen auch versichert sein ;-)

Dienstag, 30. Juni 2015

Wärmepumpe Auswahl

In einem früheren Post hatte ich ja bereits geschrieben, dass wir uns aus folgenden Gründen für eine Wärmepumpe entscheiden:
  • Kein Platzbedarf für Brennstoffe z.B. Pellets, Öl
  • Keine fossilen Brennstoffe (bzw. reduzierbar mit Photovoltaik oder "Bio-Strom")
  • Kein hässlicher Kamin und keine Kaminkehrer/Schornsteinfeger Kosten
  • Durch den verbesserten Primärenergiefaktor 2,4 (war 2,6) von Strom auch für KfW55/40 Häuser noch interessanter
  • Förderung durch die BAFA möglich 
  • Erhöhung des Eigenstromverbrauchs der Photovoltaikanlage 

Wir wollten eine Gegenüberstellung von unterschiedlichen Systemen:
  • Sole-Wärmepumpe als Kompaktgerät (mit integrierter Wohnraumlüftung und Speicher)
  • Sole/Wasser Quelle 1x Erdkollektoren/Erdlanzen und 1x Solebohrung
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Außenaufstellung (besserer Wirkungsgrad als innen)

Förderungen (Stand Juni 2015)
WP mit Solebohrung bekommt man eine Förderung von bis zu 4.500 Euro.
WP mit Erdkollektoren/-lanzen bis zu 4.000 Euro.
Luft-Wasser-Pumpe je nach Typ zwischen 1.300 und 1.500 Euro.
Luft-Luft-Wärmepumpen erhalten keine Förderung

Vorteile Solebohrung
Bester Wirkungsgrad
Höchste Förderung
Gute Kühlung Sommer, heizt gleichzeitig Boden auf
Nachteile Solebohrung
Höchste Kosten
Risiko (Bohrtiefen, Anzahl Bohrungen, Wasser)

Vorteile Erdkörbe/Lanzen
Sehr guter Wirkungsgrad
Hohe Förderung
Gute Kühlung im Sommer, heizt gleichzeitig Boden auf
Nachteile Erdkörbe/Lanzen
Erhöhte Kosten
Platzbedarf Grundstück besonnt

Vorteile Außenluft
Geringste Investitionskosten
Platzgewinn im Haus
Nachteile Außenluft
Lärm im Außenbereich
Platzbedarf im Außenbereich 
Schlechtester Wirkungsgrad (besonders im Winter bei der WW Bereitung)
Geringe Förderung
Kühlung im Sommer nur über Strom

Bei der Gegenüberstellung von allen Versionen schnitt das Kombigerät aus Lüftung+Heizung schlechter ab. Der Wirkungsgrad des Gesamtsystems ging zu sehr in die Knie.

Die Solebohrung hat die Mehrkosten der Bohrung trotz hoher Förderung und bestem Wirkungsgrad im Beobachtungszeitraum (20 Jahre) nicht ausgeglichen. 

Sehr gering war der Unterschied in den Gesamtkosten zwischen Sole-Wasser-WP und der Luft-Wasser-WP. Während die Investitionskosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe trotz niedriger Förderung etwas geringer ausfallen als bei der Sole-Wasser-WP sind die Gesamtkosten der Sole-Wasser-WP nach 20 Jahren niedriger. 
Anmerkung: Zu der Bafa Förderung kann auch bei der L-Bank (Ba-Wü) der Kredit "Wohnen mit Zukunft - erneuerbare Energien" beantragt werden. Wir haben hier noch die 0,75% Kondition bekommen, mittlerweile sind die Zinsen bei 1,25% - wir werden sehr wahrscheinlich 40.000 Euro damit finanzieren, dadurch erhalten wir also nochmals einen Kostenvorteil in 10 Jahren von ca. 3.000 Euro (im Vergleich zu 1,75% Zinsen)

Wir haben uns für die Sole-Wasser-WP entschieden, weil sich die Investitionskosten nur geringfügig unterscheiden und die Vorteile z.B. sommerliche Kühlung sowie Nutzung der Installation im Boden auch noch in 20 Jahren.
Es wird eine Stiebel Eltron WPF 04 cool, smart grid ready (macht 500 Euro Extra-Förderung), Leistung = 4,77kW bei B0/W35 und COP = 4,52 bei B0/W3, aktuell berechnete Jahresarbeitszahl (JAZ) = 4,61 für unseren Bedarf und unser Gebäude.
Bin gespannt, was wir dann wirklich erreichen... ;-)

Quelle: Stiebel Eltron, Homepage, Stand 30.06.2015
Anmerkung/Hinweis:
Die genannten Ergebnisse und Erkenntnisse beziehen sich auf den Aufstellort und den angenommenen Verbrauch unseres Hauses. Sie stellen keinesfalls allgemeingültige Regeln auf und sollten für jedes Gebäude individuell bestimmt werden.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Architekt, Bauträger, Fertighaus... wir haben entschieden :-)

Nun ist der Architektenvertrag unterschrieben. Wir mussten dabei zwei ganz wichtige Punkte entscheiden
1. Möchten wir den erhöhten Planungsaufwand für eine wärmebrückenfreie Ausführung und Auslegung bezahlen?
2. Können wir mit dem Risiko leben, dass es ein Architektenhaus nicht zum "Festpreis" gibt.

Der erste Punkt ist immer mit erhöhten Kosten verbunden: Es wird ein Planer benötigt, der die notwendige Erfahrung hat und nach einigen Gesprächen sind das nur wenige. Die Honorarzone ist also dementsprechend höher. Die Ausführung des Gebäudes ist für die Handwerker aufwändiger, dadurch "fallen auch manche Firmen aus dem Raster". Aber als Ingenieure möchten wir, dass das Haus dem Stand der Technik entspricht und das ist nach 24 Jahren Passivhaus (Erbau Kranichstein war 1991) einfach ein wärmebrückenfreier Aufbau.

Beim zweiten Punkt kommt uns unser Architekt sehr entgegen. Das nach der HOAI ermittelte Honorar wird sich zwar nicht verringern, wenn er für uns "mehr herausholt". Allerdings wird es auch nicht steigen, sollte das Haus aufgrund verminderter Eigenleistungen und steigender Handwerkerkosten ansteigen. Wir werden den "Spaten erst zücken" - wenn wir alle großen Gewerke mit einem fixen Angebot versehen haben und reduzieren dadurch das Risiko. Zusätzlich wird er bei den Bodenbelägen, Simsen usw. lediglich die Planung übernehmen - die Vergabe an bekannte Handwerker und uns selbst übernehmen dann wir.

Das ist das erste Mal, dass ich einen Vertrag paraphiert habe. Zwar sind die Summen sehr viel kleiner als die mit denen ich in der Firma täglich umgehe, aber es ist doch etwas anderes...

Nun zum Thema Bauträger und Fertighausfirmen. Wir hatten Glück! Wir haben nämlich einige Bekannte, die sich in letzter Zeit mit dem Hausbau beschäftigt haben und deshalb haben wir viele nützliche Tipps bekommen. Wir wussten schon, welche Firmen wir gar nicht erst anzufragen brauchen und welche Fragen wir stellen mussten. Dafür war besonders wichtig uns vorab klar zu sein, in welche Richtung der energetische Standard gehen soll.

Die im Folgenden vorgestellten Firmen kann ich deshalb auch alle weiter empfehlen. Ich habe dennoch jeweils einen Kommentar dazu geschrieben, weshalb sie für unser persönliches Bauvorhaben ausgeschieden sind. Möchte jemand die konkreten Namen erfahren, bitte per PN.

M* & S*
Die Firma M & S ist hier in der Gegend um Ravensburg sehr bekannt. Sie bauen hauptsächlich in Ziegelbauweise, sehr solide und auch hauptsächlich nach KfW70 Standard. Von Bankseite wurde uns diese Firma empfohlen, da sich in der Vergangenheit keine "bösen Überraschungen" bei der Finanzierung ergeben haben. In einem extra Beitrag werde ich noch schreiben, weshalb wir uns für den Holzständer/-rahmenbau entschieden haben. Dies und auch die Ausführung als KfW55 Haus oder besser hat nach unserer Meinung nicht perfekt in die Philosophie des Unternehmens gepasst. Die Ausführung mit Pelletsheizung (für die Senkung des Primärenergiebedarfes) und dezentraler Lüftungen war für uns nicht sehr interessant. Auch die spezifischen Fragen bezüglich Hülle, Dichtigkeit und Wärmebrückenfreiheit konnten nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet werden. Uns war dann einfach das Risiko zu groß, dass hier unnötig Mehrkosten entstehen, wenn wir mit einer Firma bauen, die KfW55/40 nicht öfters standardmäßig baut.

Web*Haus
In den umliegenden Baugebieten stehen quasi immer mindestens 1 eher 2 W*häuser. Schon vor einigen Jahren baute W*Haus KfW55 und/oder KfW40 Häuser. Beim KfW40 Haus wird gegenüber dem KfW55 Haus die Stärke der Außendämmung erhöht. Die Fenster sind standardmäßig gut, der Rest wird mit der Bodenplatte bzw. dem Dach ausgeglichen. Sehr positiv ist, dass hier mit einer Holzfaserdämmung außen gearbeitet wird und dadurch auch ein erhöhter Schallschutz gewährleistet ist. Zwischen den Gefachen kommt Mineral- bzw. Glaswolle zum Einsatz, diese kann auch durch Holzwolle ausgetauscht werden (hat dann aber bei gleicher Wanddicke einen schlechteren u-Wert). Wir wurden ja lange belächelt, weil wir uns so lange mit dem Aussuchen des Partners beschäftigt haben. So Aussagen wie "Andere Leute wohnen ja auch in einem xy Haus und sind zufrieden" mussten wir oft hören. Aber, dass ich mir an drei Tagen mein ganzes Haus bemustern soll, das hat bei mir nicht für Freudensprünge gesorgt. Wir waren ja allein schon mit den Holzböden 3 h beschäftigt und das hat mir richtig Spaß gemacht :-) Ich möchte bei jedem Gewerk mit entscheiden, was die Ausführung angeht. Vor allem ist uns auch wichtig, dass die Gewerke von lokalen Handwerkern erledigt werden.

Wa* Holzbau
Die Firma Wa* (Bad Sch*) war erst später in die Auswahl gekommen. Ich hatte sehr wohl schon die Homepage aufgestöbert, aber erst nach einer Empfehlung habe ich mich auf den Weg gemacht. Die Zimmerei liegt im Herzen Oberschwabens und ich habe mich gleich wohl gefühlt. Es wird viel Wert auf Ökologie gesetzt. Fragt man nach Lehmputz, Zirbe und Naturholzböden wird man nicht gleich als Spinner angesehen, das war eine willkommene Abwechslung. Sehr schnell kam dann auch das Angebot, was deshalb auch nicht ganz so ausführlich war wie beim Wettbewerber, aber wenigstens über 1 DIN A4 Blatt hinaus ging. Wie bei allen anderen hatten wir KfW55/40 gefordert, im Angebot war leider gar keine Angabe, was den energetischen Standard betrifft. Auch die Fenster waren sehr günstig, was uns aufmerken ließ. Auf Nachfrage hat sich heraus gestellt, dass es sich wohl um ein KfW70 Haus handelt, bei KfW55 würde eine Pelletsheizung empfohlen. Dies hat uns doch sehr gewundert, da ja bereits im Grundangebot eine Sole-WP eingesetzt wird, die ja für die ENEV Berechnungen einen besseren Wert liefert als die in einem KfW40 eingesetzte L-W-WP z.B. bei einem W*Haus. D.h. dass die Hülle doch sehr von denen der anderen Anbieter abweicht, gleichzeitig aber lag das Angebot ca. 5-10% höher als die der Wettbewerber.

Holzbau Wei*
Über die Firma Wei* (Bad Wu*) haben wir nur Gutes gehört. Sehr gute Abwicklung, der Wandaufbau mit Fermacell statt OSB+Rigips fanden wir auch interessant. Das Angebot war sehr ausführlich und die bisherigen Gespräche sehr gut - wir konnten hier sehr flexibel unsere Wünsche einbringen. Aus diesen Gründen ist die Firma Wei* bis zum Schluss der Vergleichsmaßstab gewesen. Es ist so, dass das Gebäude nach KfW40 Standard ähnlich teuer gewesen wäre, wie "unsere bzw. die Wamslersche Passivhauskonstruktion" mit weniger Holzanteil.
Wir hätten sehr flexibel einige Gewerke aus dem Leistungsumfang nehmen können. Zum einen, weil wir viel Eigenleistung bringen möchten und zum anderen, weil wir für einige Gewerke schon "unsere" Handwerker haben. Auf eine professionelle Bauleitung möchten wir allerdings nicht verzichten. Wenn man also die Eigenleistungen aus dem Angebot nimmt, welche die Bauleitung auch gleich enthalten, dann relativieren sich wieder die "gleichen Kosten". Theoretisch bliebe am Ende der "Festpreis" und "Wandaufbau" gegenüber dem "Wandaufbau" und "nicht ganz so Festpreis" beim Architekten. Wir haben uns dann entschieden, dass wir mit Architekt bauen - einer der von Anfang bis Ende dabei ist und auf den auch planerisch alle Gewerke vereint sind.

Kosten Architekt vs. Kosten "Wasserkopf"
Bei einer Gegenüberstellung der Kosten ist uns aufgefallen, dass die Unterschiede in den Gesamtkosten relativiert werden. Bei vergleichbarem und gleichwertigen Aufbau macht es kaum einen Unterschied, ob mit Architekt oder Bauträger gebaut wird. Bauträger haben in der Regel große Gebäude, Büros, Vertriebsangestellte, evtl. noch Ausstellungsgebäude usw. usw. - schon relativieren sich die xx Tausend Euro für das Architektenhonorar. Wenn man sich einmal genauer ansieht, wieviel % dann von den Leistungsphasen trotzdem anfallen, dann fällt einem schnell auf, dass man da gerne eine Milchmädchenrechnung vorgelegt bekommt.
Nach HOAI entfallen nämlich schon 27% der gesamten Architektenleistungen bis zur Genehmigungsplanung, dies wird meist von den Bauträgern/Fertighausbauern erst auf Nachfrage oder gar nicht angeboten. Einige Firmen arbeiten hier mit Architekten zusammen und erzielen so günstigere Preise. Wir glauben aber nicht, dass wir für einen 5.000 Euro Entwurf gleich viel Leistung bekommen wie für einen "normalen" Betrag.
39% Prozent entfallen dann auf die Ausführungsplanung und die Vergabeunterlagen. Das ist ein großer Posten, hier können die Bauträger sparen. Allerdings muss dennoch jeder Bearbeitungsplan für die Maschinen (es sei denn, es handelt sich um ein unverändertes Fertighaus) angepasst werden.
Das restliche Drittel entfällt auf die Bauleitung und Überwachung. Das übernimmt selbstverständlich jeder Bauträger für sein Gebäude, möchte er doch auch eine korrekte Ausführung um später keine Forderung seitens der Bauherrschafft zu bekommen. Aber was, wenn die Zeit knapp, die Handwerker schludrig und 10 andere Baustellen warten? Für diesen Fall hätten wir eben trotzdem gerne einen unabhängigen Architekten hinzugezogen, was uns witzigerweise auch wärmstens von einem ehemaligen Bauträger Bauleiter empfohlen worden ist. Und schon lässt sich auch das letzte Drittel nicht auf 0 reduzieren.
Wir stürzen uns also in das Architekten Abenteuer und hoffen, dass es sich lohnt. No risk no fun... :-)

H(eizung)L(üftung)S(anitär) Überlegungen...
Die in fast jedem Fertighaus verbaute Tecalor THZ 304/404 SOL Luft-Wasser-Wärmepumpe als Kombigerät mit integrierter Lüftungsanlage mag uns auch nicht begeistern. Diese sei technisch identisch mit der Stiebel Eltron LWZ 303/304 SOL, allerdings wirbt Tecalor mit "integrierter Kühlung" - was die LWZ laut Homepage nicht bietet. Schaut man sich aber die COP Zahlen an, so gibt es einige bessere Wärmepumpen. Zwar sagt der COP alleine noch nichts über die Jahresarbeitszahl JAZ aus, aber es erscheint mir logisch, dass bei einer schlechten COP auch keine gute JAZ herauskommen kann. Der Wärmerückgewinnungsgrad wird mit 90% angegeben, wir verlassen uns aber lieber nicht auf die Werte des Herstellers... sondern auf durch das Passivhaus-Institut geprüfte Rückgewinnungsraten. Was außerdem ein wenig nervig ist, als Endverbraucher bekommt man quasi keine Kosten für die Tecalor. Der Einsatz wird sich also vor allem für die Fertighausbauer "lohnen".

Da wir ja seit einigen Jahren verschiedene Häuser ansehen, hauptsächlich Häuser, die einen - wie sagt man so schön - "Renovierungsstau" vorweisen ;-) Haben wir uns schon - auf Internetebene - mit dem Thema Heiztechnik und Energieeffizienz beschäftigt. Interessant ist dabei, dass die unterschiedlichen Aussagen sehr weit auseinander gehen.


Hier ein paar schöne Beispiele für euch:
- "Ein Passivhaus benötigt so wenig Energie, da ist eine Tiefenbohrung bzw. Sole-Wasser-WP absolut überdimensioniert"
- "Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine Energievernichtungsmaschine"
- "Wir haben mit unserer L-W-WP selbst bei -5°C eine JAZ von >3"
- "Ein KfW55 Haus kann man aufgrund des Primärenergiebedarfes nur mit einer Pelletsheizung bauen" 
- "Bei einer Tiefenbohrung gefriert das Wasser um die Bohrungen - nur mit einer daran gekoppelten Solar-Thermie-Anlage lohnt sich dies" 

De facto wird ein EFH Passivhaus wohl mehr Energie für die Warmwassergewinnung benötigen als für die Heizung. Es ist auch richtig, dass eine Wärmepumpe - je höher die Temperaturdifferenz zwischen Energiequelle und Abgabe (Senke) ist - einen schlechteren Wirkungsgrad bekommt. Im Winter ist das natürlich bei einer L-W-WP die Außenluft, da kann es schon einmal kalt werden und das Wasser muss rein elektrisch aufgeheizt werden und im Sommer dagegen ist die Luft sehr warm. Da duschen wir manchmal sogar noch öfters ;-) Bei einer Sole-Wasser-WärmePumpe hat man einigermaßen konstante Temperaturen über das ganze Jahr. Zudem lässt sich auch das Kühlen im Sommer mit einer S-W-WP energieeffizienter gestalten. Kühlen mit einer L-W-WP ist allerdings nicht unmöglich, da einige auch auf "Sommerbetrieb" umschalten können und dann quasi die "kalte Seite" genutzt wird, wie beim Kühlschrank.
Wir haben nach solchen pauschalen Aussagen dann immer nach Vergleichen gefragt, konkreten Berechnungen. Welche Energiepreissteigerung angenommen worden ist, welche JAZ. Da war es dann meist immer etwas ruhiger geworden ... Und nun kommt wieder der Ingenieur in uns hoch, wir möchten wissen, unter welchen Umständen welche Heizung die in einer Gesamtbetrachtung die kostengünstigste Investition ist. Das bekommen wir mit den Klimadaten für unseren Hausstandort, unseren Verbrauchswerten usw. eben nur mit einem unabhängigen HLS Planer.
Ich habe mich auch selbst daran versucht, scheitere aber regelmäßig an den konkreten JAZ, für die man die Klimadaten und die jeweiligen COP Werte benötigt.
Jetzt hoffe ich nur, dass der Kostenvorteil der "siegreichen Variante" auch die Kosten des HLS Planers trägt... den setzt "man" nämlich normalerweise nur für Objektbauten ein... wir müssen es halt wieder maßlos übertreiben ;-)